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23. Oktober 2002, 11:10

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

In Frankfurt kam es zu Gewinnmitnahmen. Auslöser waren einige schlechte Nachrichten von amerikanischen Technologieunternehmen. Deswegen verkauften Anleger insbesondere Aktien von Unternehmen dieses Sektors. Der Dax-Index fiel um 3,9 % auf 3.155,97 Punkte.
Das US-Halbleiterunternehmen Texas Instruments hatte am Montag nachbörslich seine Geschäftsprognose für das laufende Quartal gesenkt. Anleger urteilten, dass dies nichts Gutes für die deutschen Technologiewerte bedeutet. Das Halbleiterunternehmen Infineon gab um 8,8 % auf 8,25 Euro nach. Das Elektronikunternehmen Epcos fiel um 12,3 % auf 9,40 Euro. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte den europäischen Bankensektor zurückgestuft. Daraufhin verkauften Investoren Aktien der deutschen Finanzinstitute. Die Deutsche Bank verbilligte sich beispielsweise um 3,3 % auf 46,51 Euro.
Einer der wenigen Kursgewinner war die Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa. Zuvor hatte die Europäische Kommission genehmigt, dass die Deutsche Post die Lufthansaanteile am Expressedienst DHL kaufen darf.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Im deutschen Wachstumssegment ging es ebenfalls abwärts. Auch hier kam es zu Gewinnmitnahmen. Der Nemax-50-Index rutschte um rund 0,6 % auf 440,68 Punkte. Die Verluste hielten sich jedoch in Grenzen, da einige Unternehmen mit guten Nachrichten aufwarteten.
Ad Pepper International hatte mitgeteilt, dass es im dritten Quartal einen Gewinn erwirtschaftet habe. Im Vorjahresquartal kam noch ein Verlust zustande. Der Aktienkurs des niederländischen Anbieters von Internetwerbung erholte sich um rund 29 % auf 1,61 Euro. Kontron Embedded Computers, ein Hersteller von Miniaturcomputern, legte um 9,4 % auf 3,49 Euro zu. Der Vorstandsvorsitzende Hannes Niederhauser hatte verkündet, dass das Unternehmen einen Gewinn erzielen werde, der über den Analystenerwartungen liegen werde.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Unerfreuliche Geschäftsprognosen von einigen amerikanischen Technologieunternehmen wie beispielsweise Texas Instruments verdarben den Anlegern die Stimmung. Sie nutzten die Kursgewinne der letzten Tage, um ihre Aktien zu verkaufen. Sie sicherten damit ihre Gewinne ab. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,03 % auf 8.450,16 Punkte.
Das Halbleiterunternehmen Texas Instrument hatte am Montag nachbörslich mitgeteilt, dass der Gewinn im vierten Quartal rund 2 Cent je Aktie betragen werde. Der Markt hatte einen Gewinn je Aktie von 11 Cent erwartet. Der Aktienkurs sackte um rund 18 % auf 14,00 US-Dollar ab.
THQ, ein bedeutender Hersteller von Videospielen, brach um rund 36 % auf 14,80 US-Dollar ein. Die Aktie war damit der größte Verlierer an der Technologiebörse Nasdaq. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass der Gewinn im laufenden Quartal und im Gesamtjahr am unteren Ende der Markterwartungen liegen werde.

An der Wall Street notierte der Kurs der richtungsweisenden Staatsanleihe mit dreißig Jahren Laufzeit um 9/32 tiefer auf 103 3/32. Damit ergab sich eine Rendite von 5,16 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

In Tokio legten die Aktienkurse leicht zu. Einerseits hatte der Markt auf ein gutes Geschäftsergebnis des Automobilunternehmens Toyota spekuliert. Andererseits waren die Anleger enttäuscht, dass die Regierung ihren Bericht über den notleidenden Bankensektor nicht wie geplant veröffentlicht hatte. Der Nikkei-225-Index stieg insgesamt leicht um 0,3 % auf 8.714,52 Punkte.
Das Automobilunternehmen Toyota Motor hatte nachbörslich einen Rekordgewinn für das erste Fiskalhalbjahr mitgeteilt. Er betrug 286 Mrd. Yen. Sowohl in den USA als auch in Japan seien die Verkaufszahlen stark angestiegen. Außerdem habe das Unternehmen die Kosten gesenkt. Beobachter hatten einen verbesserten Gewinn erwartet und sich schon im Vorfeld mit der Aktie eingedeckt. Der Wert kletterte um 2,3 % auf 934 Yen. Japanische Banken befanden sich auf der Verliererstraße. Gestern hatte der Markt einen Regierungsbericht erwartet, der Aufschluss über die Lösung der schwelenden Bankenkrise geben sollte. Die Regierung hatte die Vorlage der Analyse kurzfristig auf einen späteren Termin verschoben. Offensichtlich konnten sich die Koalitionspartner nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Beobachter deuteten dies als weiteres Zeichen für die Reformschwäche der Regierung. UFJ Holdings verlor um 5,8 % auf 163.000 Yen. Mizuho Holdings fiel um 6,9 % auf ebenfalls 163.000 Yen. Schließlich verbilligte sich Sumitomo Mitsui um 0,4 % auf 477 Yen.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: derzeit Seitwärtstrend.




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