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09. Dezember 2002, 12:06

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Zum Wochenschluss kamen in Frankfurt neue Ängste auf, dass die US-Konjunktur wieder schwächeln werde. Grund für den neuen Pessimismus war ein schlechter als erwartet ausgefallener Arbeitsmarktbericht. Die Arbeitslosenquote war im November überraschend auf 6,0 % von zuvor 5,7 % gestiegen. Der Markt hatte mit einer Quote von 5,8 % gerechnet. Der Dax-Index fiel um 0,53 % auf 3.207,53 Punkte.
Am Freitag hatten sich die Gerüchte verdichtet, wonach die hochverschuldete US-Fluggesellschaft United Airlines Gläubigerschutz beantrage könnte. Investoren verkauften daraufhin Aktien des deutschen Konkurrenten Deutsche Lufthansa. Beide Fluggesellschaften sind durch das Bündnis "Star Alliance" miteinander geschäftlich verbunden. Die Lufthansaaktie verlor um 2,75 % auf 10,60 Euro.
Der Halbleiterwert Infineon Technologies gab um 3,5 % auf 9,23 Euro nach. Der Technologiewert litt besonders unter der aufkeimenden Diskussion, dass sich das US-Wirtschaftswachstum abschwächen werde und die Eurozone Anfang nächsten Jahres in eine Rezession zurückfallen könnte.
ThyssenKrupp verbilligte sich um 2,1 % auf 11,65 Euro. Die Investmentbank UBS Warburg hatte die Gewinnprognose für die Jahre 2003 und 2004 nach unten korrigiert. Der Schritt folgte auf die Nachricht von ThyssenKrupp, dass 2002 der Jahresüberschuss um 68 % einbrechen werde. Die Stahlpreise seien so niedrig wie seit zwanzig Jahren nicht mehr.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Das Deutsche Wachstumssegment tendierte ebenfalls schwach. Am Nachmittag waren nach dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht die Vorgaben von der Wall Street nicht die besten. Die Umsätze dümpelten vor sich hin. Der Nemax-50-Index gab um 1,1 % auf 430,06 Punkte nach. Kontron Embedded legte um weitere 11,5 % auf 3,79 Euro zu. Das Unternehmen hatte in den letzten Tagen einige gute Nachrichten präsentiert. Zudem lobten einige Analysten die Aktie. In den letzten Wochen hatte sich der Aktienkurs verdoppelt.
Das Halbleiterunternehmen Aixtron sank um 3,3 % auf 5,80 Euro. Das Unternehmen sagte auf einer Präsentation, dass die Tochter Datakom immer noch unter zurückhaltenden Investitionen im Festnetzbereich leide.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

In New York tendierten am Freitag die Aktienkurse leicht im Plus. Der Nasdaq-Composite-Index kletterte um 0,8 % auf 1.422,44 Zähler. Der Finanzminister Paul O'Neill gab seinen Rücktritt bekannt. Anleger vermuteten, dass Präsident George W. Bush seinem Minister nahegelegt hatte, sein Amt niederzulegen. Sie hofften, dass der Nachfolger eine aktivere Wirtschaftspolitik unterstützen werde, um die US-Konjunktur zu stützen. Der Mobilfunkausrüster Qualcomm verteuerte sich um rund 5 % auf 41,48 US-Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor seine Absatzprognose für Halbleiter, die in Mobiltelefonen eingebaut werden, angehoben. Qualcomm geht für die ersten beiden Quartale seines Geschäftsjahres von einer stärkeren Nachfrage aus.
Rational Software war der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. Die Aktie schnellte um rund 26 % nach oben und schloss bei 10,69 US-Dollar. Zuvor hatte der Computergigant IBM für den Wert ein Übernahmeangebot abgegeben.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 3/32 fester bei 105 28/32. Damit ergab sich eine Rendite von 4,98 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

In Japan irritierten schlecht ausgefallene Konjunkturdaten die Investoren. Die Regierung hatte bekannt gegeben, dass die Aufträge für Maschinen im Oktober um 4,1 % gefallen seien. Im September war der Indikator noch um schwunghafte 12,7 % gestiegen. Die neue Zahl heizte Spekulationen ein, wonach die japanische Wirtschaft wieder in eine Rezession zurückfallen werde. Der Nikkei-225-Index verlor um 0,4 % auf 8.828,05 Stellen.
Das Halbleiterunternehmen Toshiba verbesserte sich um 1,3 % auf 382 Yen. Die Tageszeitung Nihon Kezai hatte am Wochenende berichtet, dass Toshiba Sony bitten wolle, in eine neue Halbleiterfabrik zu investieren. Damit könnten die Kosten um beinahe 200 Mrd. Yen gesenkt werden.
Bosch Automotive System schoss um rund 25 % auf 171 Yen nach oben. Damit war die Aktie Tagesgewinner. Der Automobilzulieferer hatte zuvor seine Gewinnprognose für das laufende Jahr verdoppelt. Er rechnet jetzt mit einem Jahresüberschuss von 2 Mrd. Yen

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: derzeit Seitwärtstrend.




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