11. Februar 2003, 13:06
Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.
In Frankfurt lagen die Aktienkurse lange Zeit im Minus. Am Nachmittag orientierten sie sich nach oben, da die amerikanische Börse freundlich eröffnete. Der irakische Diktator Saddam Hussein hatte verkündet, Aufklärungsflüge über sein Territorium zuzulassen. Damit erfüllte er eine der Hauptforderungen der UN-Waffeninspekteure. Der Dax-Index kletterte um 0,65 % auf 2.586,09 Punkte.
Der Energieversorger E.ON legte um 3,7 % auf 38,58 Euro zu. Eine Zeitung hatte berichtet, dass das Unternehmen möglicherweise die Tochter Gelsenwasser an die Hamburger Wasserwerke verkaufen werde. Zudem argumentierten Händler, dass die Aktie auf Grund des Kursverfalls in den letzten Wochen Nachholbedarf habe.
Einer der größten Kursverlierer war das Versicherungsunternehmen Münchener Rück. Die Investmentbank Merrill Lynch reduzierte ihre Ergebnisprognosen für das Unternehmen. Sie befürchtet, dass die fallenden Aktienkurse den Gewinn beeinträchtigen werden. Außerdem kursierten Gerüchte, wonach der Versicherer seine Kapital erhöhen wolle.
Investoren verkauften Aktien der deutschen Banken. Sie vermuteten, dass die Unternehmen weiter Verluste erwirtschaften werden, solange die Aktienmärkte vor sich hindümpeln. Die Commerzbank sank um 1,6 % auf 6,00 Euro. Die Deutsche Bank gab um 1,46 % auf 37,58 Euro nach.
Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.
Am Neuen Markt war das Geschäft wiederum sehr ruhig. Es gab kaum wichtige Unternehmensmeldungen. Deswegen konnte der Handel kein Eigenleben entwickeln. Es fehlten die Kaufargumente. Der Nemax-50-Index fiel um 0,9 % auf 345,29 Zähler.
Heftige Kursbewegungen gab es bei ACG. Der Händler für Smartcards wurde kurzzeitig vom Handel ausgesetzt. Die Aktie verlor um 14,1 % auf 1,22 Euro. Es wurde bekannt, dass ACG ein Tochterunternehmen an einen Privatinvestor verkauft hatte. Außerdem muss das Unternehmen eine Vorsteuererstattung des Finanzamtes in Höhe von 9 Mio. Euro zurücküberweisen. ACG legte gegen die Verfügung Rechtsmittel ein.
Bechtle verbesserte sich um 2,9 % auf 6,50 Euro. Der Computer- und Softwaregroßhändler meldete, dass der Vorsteuergewinn im letzten Jahr um 25 % gestiegen sei. Ein Wermutstropfen begrenzte die Kursgewinne. Die Umsätze waren geringer als erwartet ausgefallen.
Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.
Der irakische UNO-Botschafter Mohammed Alduri hatte zugestimmt, dass die Waffeninspekteure im ganzen Land Aufklärungsflüge durchführen können. Der Irak zeigte damit die lang geforderte Kooperationsbereitschaft. Beobachter schöpften daher Hoffnung, dass es doch nicht zu einem Krieg kommen werde. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,71 % auf 7.920,11 Stellen. Die übrigen Indizes schlossen ebenfalls im Plus.
Das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson legte leicht um 0,4 % auf 52,04 US-Dollar zu. Das Unternehmen plant, den Konkurrenten Scios für 2,4 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Scios arbeitete sich um gut 4 % auf 43,92 US-Dollar vor. Hughes Electronics, ein Betreiber von Satellitenfernsehen, verteuerte sich um 4,6 % auf 10,20 US-Dollar. Die Tageszeitung New York Times hatte in ihrer Wochenendausgabe geschrieben, dass die Telekommunikationsfirma SBC mit General Motors verhandelt, den Hughes Geschäftsbereich DirectTV zu kaufen. SBC gab um 2,7 % auf 24,50 US-Dollar nach. Der Automobilbauer General Motors ist das Mutterunternehmen von Hughes.
Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 23/32 tiefer und schlossen bei 107 30/32. Damit steig die Rendite auf 4,86 %.
Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.
Heute ist in Japan der Feiertag "Kenkoku Kinenbi". Die Japaner gedenken ihrer Staatsgründung.
Am Montag hatten die japanischen Aktienkurse freundlich tendiert. Der Nikkei-225-Index hatte leicht um 0,4 % auf 8.484,93 US-Dollar zugelegt.
Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.
Aktueller Trend Devisen: kurzfristig ansteigend, mittelfristig fallend.
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