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28. März 2003, 14:59

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Auf dem Frankfurter Aktienparkett dominierten zu Börsenbeginn die Sorgen, dass der Irakkrieg länger als erwartet dauern werde. Der Dax-Index fiel daher um zeitweise bis zu 3 %. Am Nachmittag erholten sich dann die Notierungen. Positive Vorgaben aus den USA führten den Index in die Gewinnzone. Insgesamt legte das Börsenbarometer der deutschen Standardwerte knapp um 0,18 % auf 2.584,05 Punkte zu. Tagesverlierer war die Münchener Rück. Der Wert sackte um 10,33 % auf 67,48 Euro ab. Das Versicherungsunternehmen hatte für das vierte Quartal 2002 einen Milliardenverlust bekannt gegeben. Beobachter befürchteten, dass das Unternehmen auch in diesem Quartal Verluste erzielen werde. Zudem hatte die Ratingagentur die Bonität der Anleihen zurückgestuft. Den Konkurrenten Allianz ereilte das gleiche Schicksal. Seine Anleihen wurden ebenfalls heruntergestuft. Das Ratingunternehmen Fitch bewertet langfristige Verbindlichkeiten der Allianz neuerdings mit A-. Zuvor lag die Einschätzung bei A. Der Aktienkurs gab um 2,98 % auf 52,39 Euro nach. Die HypoVereinsbank kletterte um 1,83 % auf 7,79 Euro zu. Das Unternehmen hatte verkündet, Teile seiner österreichischen Tochter Bank Austria sobald wie möglich an die Börse zu bringen. Die Bank benötigt dringend neue Mittel, um das Eigenkapital zu erhöhen. Anleger reagierten auf die Maßnahme erleichtert. Sie hatten befürchtet, dass HypoVereinsbank neue eigene Aktien emittieren würde. Dies hätte den Wert der umlaufenden Aktien verwässert.

Aktueller Trend TecDax: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Die Technologiewerte wurden stärker als die Standardwerte abgestraft. Der neue TecDax sank um 1,7 % auf 340,55 Stellen. Die Händler diskutierten in erster Linie über den Irakkrieg. Fundamentale Konjunktur- oder Unternehmensnachrichten spielten keine große Rolle. Sie befürchteten, dass der Konflikt auf Grund des heftigen irakischen Widerstandes länger als erhofft dauern werde. Nordex schnellte um 41,2 % auf 1,20 Euro nach oben. Die Umsätze waren sehr hoch. Beobachter vermuteten, dass einige Käufer auf eine Übernahme spekulieren würden. Die Aktie sei mit einem Umsatz von 500 Mio. Euro und einer Marktkapitalisierung von über 100 Mio. Euro günstig bewertet. Es waren keine fundamentale Nachrichten aufgetaucht, die den Höhenflug des Umweltunternehmens hätten erklären können. Investoren verkauften Aktien von Halbleiterunternehmen. Die Papiere tendierten schwach, da die US-amerikanischen Konkurrenten zuvor ebenfalls unter Abgabedruck geraten waren. Kontron Embedded rutschte um rund 5 % auf 2,85 Euro nach unten. Elmos Semiconductor verbilligte sich um 5,2 % auf 4,74 Euro. Der Kurs wurde zusätzlich durch die Nachricht belastet, dass die Privatbank Julius Bär die Aktie von "Kaufen" auf "Halten" heruntergestuft hatte.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

US-Präsident George W. Bush äußerte sich vorsichtig über den weiteren Verlauf des Irakkrieges. Er könne noch länger dauern. Die USA werde so lange kämpfen, bis der Diktator Saddam Hussein besiegt sei. Ein US-Kommandeur wurde mit der Einschätzung zitiert, dass auf Grund der langen Nachschublinien und dem erbitterten Widerstand der irakischen Truppen ein längerer Krieg wahrscheinlich sei. Beide Äußerungen verstimmten die Anleger. Der Dow-Jones-Index verlor um 0,4 % auf 8.201,45 Zähler. Nach dem scharfen Preisverfall zu Anfang des Kriegs zog der Ölpreis in den letzten Tagen wieder an. Nordseeöl der Marke Brent kostet mittlerweise wieder über 28 US-Dollar. Die anziehenden Preise machten Ölaktien attraktiv. Ein hoher Ölpreis beschert ihnen beträchtliche Gewinne. Halliburton legte um rund 4 % auf 21,50 US-Dollar. Konkurrent BJ Services verbesserte sich um 3,6 % auf 34,75 US-Dollar. Der Halbleiterhersteller Broadcom brach um rund 16 % auf 12,91 US-Dollar ein. Zuvor hatte die Investmentbank Morgan Stanley den Wert von "Übergewichten" auf "Neutral gewichten" gesenkt. Das Unternehmen ist der größte Hersteller von Modems, die in Kabelnetzen verwendet werden.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit erneut unverändert bei 106 22/32. Damit betrug die Rendite 4,93 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Die japanischen Aktienkurse folgten den schlechten Vorgaben aus den USA. Investoren zeigten sich besorgt, dass sich der Golfkrieg in die Länge ziehen könnte. Dies würde die Kriegskosten deutlich erhöhen und das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen weltweit schwächen. Die Nachfrage würde deswegen vermutlich weiter nur träge steigen. Der Nikkei-225-Index gab um 1,1 % auf 8.280,16 Punkte nach. Marktteilnehmer verkauften Aktien von Fluggesellschaften. Zuvor hatte die Ratingagentur Moody's davor gewarnt, ihre Einschätzung über die Bonität der Anleihen zu senken. Die Gewinne könnten auf Grund des Irakkrieges und der schwachen Binnenwirtschaft deutlich sinken. Japan Airlines verbilligte sich um 4,8 % auf 236 Yen. Konkurrent All Nippon fiel um 2,2 % auf 226 Yen. Tokyo Gas, das größte Gasversorgungsunternehmen Japans, kletterte um 2,5 % auf 373 Yen. Die Tageszeitung Keizai Nihon hatte in einem Artikel vermutet, dass der Vorsteuergewinn im laufenden Fiskaljahr um 12 % auf 90 Mrd. Yen gestiegen sein könnte.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: kurzfristig seitwärts, mittelfristig fallend.




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