24. September 2009, 11:09
Auch im September konnte das Ifo-Geschäftsklima zulegen-zum sechsten Mal in
Folge, allerdings mit einem Plus von nur 0,8 Punkten nicht so deutlich wie erwartet.
Neben den Erwartungen, die ihren Anstieg seit Dezember ungebremst fortsetzten,
konnte sich auch die Einschätzung der aktuellen Lage von ihrem Tief im Juni weiter
lösen. Der Anstieg der Ifo-Komponenten stützt unsere Erwartung, dass das Wachstum
im dritten Quartal kräftig ausfallen dürfte.
Der Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas um 0,8 Punkte auf 91,3 lag-gemessen an vergangenen
Zuwächsen-im Rahmen, war aber nicht so stark wie erwartet (Prognose Commerzbank:
92,5, Konsens: 92,0), was sich mit den gestrigen, ebenfalls nur moderaten Zuwächsen bei den
Einkaufsmanagerindizes bereits abzeichnete. Beide Komponenten trugen zu dem Plus bei: Die Erwartungen konnten auf 95,7 zulegen, und
auch die Lageeinschätzung kletterte auf 87,0. Damit dürfte die Diskussion um
eine Erwartungsblase allmählich beendet sein. Immerhin ist es üblich, dass zunächst die
Erwartungen steigen, und mit einiger Verzögerung die Lagekomponente nachzieht. Beide
Komponenten haben noch mehrere Monate Luft nach oben, die aktuelle Lage befindet sich
noch nahe ihrer historischen Tiefstände. In den nächsten Monaten rechnen wir mit weiteren,
deutlichen Anstiegen beim Ifo-Geschäftsklima. Die Ergebnisse der Ifo-Umfrage stützten unsere Erwartung eines kräftigen zweiten Halbjahres.
Für das laufende Quartal erwarten wir einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 0,8%
gegenüber dem zweiten Quartal. Dieser sollte vor allem von einem Zurückschnappen der
Nachfrage getragen werden, die im Zuge des Lehman-Schocks massiv zurückgehalten wurde,
und von dem besonders das verarbeitende Gewerbe profitieren dürfte. Und die Ifo-
Erwartungen, deren Sechs-Monatsdurchschnitt recht verlässlich den Vorjahresverlauf der
Industrieproduktion widerspiegelt, sprechen für einen kräftigen Schub. Im Verlauf des kommenden Jahres dürfte allerdings auch das Ifo-Geschäftsklima wieder
abgebremsen, wenn aufgrund der Nachwirkungen der geplatzten, globalen Schuldenblase das
Wirtschaftswachstum an Schwung verlieren dürfte.
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