14. August 2008, 09:33
Aktienmärkte im Rückwärtsgang Wieder steigende Ölpreise, neuerliche Inflationssorgen, deutlich gestiegene Einfuhrpreise sowie schwache Einzelhandelsumsätze sorgten am Mittwoch dafür, dass die US-Aktienmärkte mit Kursverlusten aus dem Handel gingen. 7 von 10 Sektoren gaben nach, wobei die Bereich Financials mit einem Rückgang von 3 % (am Vortag betrug der Verlust bereits 5 %) recht negativ abschnitt. Weiter hält sich die Sorge im Markt, dass die Kreditkrise noch nicht ausgestanden ist. Aktien der Bank of America verloren 7,3 % nachdem darüber spekuliert wurde, dass die Akquisition von Countrywide Financial das Ergebnis der Bank weiter belasten könnte. Die Papiere von Goldman Sachs, Lehman Brothers und Morgan Stanley gaben ebenfalls nach. Heute werden die US-Konsumentenpreise veröffentlicht, welche traditionell große Beachtung finden werden. Darüber hinaus rücken die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Fokus. Unternehmensseitig werden einige Quartalszahlen, insbesondere aus dem Retailsektor, veröffentlicht. Wal Mart, Kohl`s, Harman Intl., Estee Lauder, Autodesk und Nordstrom werden berichten. Aus technischer Sicht bemerkenswert ist die Tatsache, dass es dem Dow gelungen ist, die seit Juli gültige Aufwärtslinie zu verteidigen. Diese verläuft heute im Bereich der 11.468er Marke und wird für den Verlauf der kommenden Tage einen wesentlichen Stellenwert haben. Zumal unmittelbar darunter eine wichtige Stauzone verläuft. Der trendfolgende DMI schickt sich an, ein crossover von DI- mit DI+ (von unten nach oben) zu vollziehen, was negativ zu interpretieren wäre. Ähnliches gilt für den Dow Jones-Transport-Index, welchem eine vorlaufende Eigenschaft zugeschrieben wird. Auch hier konnte ein Bruch der Aufwärtslinie gerade noch verhindert werden. Es ist davon auszugehen, dass es zu einem erneuten Versuch kommen wird. Interessant stellt sich auch das technische Bild beim Rohöl dar. Das wichtige 61,8 % Fibonacci-Retracement konnte gehalten werden, so dass der übergeordnete Aufwärtstrend noch immer in Takt ist. Das nächste Kursziel innerhalb der kurzfristigen Aufwärtskorrektur lässt sich bei 120,88 USD definieren.
Nachbörslich vorgelegte Quartalszahlen bzw. Nachrichten wirkten sich auf die Kurse wie folgt aus: Merrill Lynch-0,7 %, E*Trade + 0,33 %, Zions Bancorporation + 3,31 %, Netapp-4,55 %
Der deutsche Aktienmarkt musste am Mittwoch deutlich Federn lassen. Der Dax ging mit einem Abschlag von 2,49 % bei 6.422 Zählern aus dem Handel. Insbesondere Finanz- und Autoaktien standen auf den Verkaufslisten. Die Aktie der Commerzbank verlor 6,89 %, damit vollzog das Papier die schlechteste Performance im Dax. Lediglich E.ON und Continental konnten sich in der Pluszone halten. Beim Dax wurde etwa viermal soviel Volumen auf der downside gehandelt als dies auf der „Longseite“ der Fall war. Entsprechend verwundert es kaum, dass wieder einige Aktien neue Jahrestiefststände erreichten. U.a. war dies bei United Internet, Indus Holding und der IKB der Fall. Hingegen wurde die Aktie von MLP, getrieben von Übernahmegerüchten, auf einem neuen Jahreshoch gehandelt. Unter den Stoxxsektoren konnte sich der Bereich Utilities am besten aus der Affäre ziehen. Mit den gestrigen Kursabschlägen hat der Dax die seit Mitte Juli bestehende Aufwärtslinie (deutlich) unterschritten. Zudem hat die DI- die DI+-Linie des DMI-Indikators von unten nach oben überschritten, wodurch definitionsgemäß ein Short-Signal ausgelöst wurde, was den zuvor beschriebenen „Trendbruch“ nochmals untermauert. Folgerichtig gilt es, die weiteren Unterstützungslevel für den Dax auf der Unterseite zu definieren. Diese finden sich bei 6.387, 6.355 und 6.241 Zählern. Euch beim Eurostoxx 50 stehen die Zeichen auf Short. Die Aufwärtstrendlinie im Bereich von 3.360 Zählern und gleichzeitig eine sehr wichtige Stauzone stehen zur Disposition. Entsprechend gilt auch hier die möglichen Kursziele auf der Unterseite zu definieren: Diese finden sich bei 3.317, 3.273, 3.249 und 3.136 Punkten.
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