10. Oktober 2008, 10:00
Weltweite Aktienmärkte geben erneut sehr deutlich nach Zunächst sah es für die US-Aktienmärkte gar nicht so schlecht aus, der Dow startete im Plus. Ein sehr deutlicher sell-off im 2. Teil der Handelssitzung sorgte dafür, dass die führenden Indizes auf das tiefste Level seit mehr als 5 Jahren fielen. Der Dow Jones rauschte sang- und klanglos unter die Markte von 9.000 Punkte. Im Mittelpunkt des „Ausverkaufs“ standen erneut die Finanzwerte.
Nachdem die „großen“ Notenbanken am Mittwoch in einer konzertierten Aktion die Leitzinsen senkten, folgten gestern die Zentralbanken von Süd Korea, Hong Kong und Taiwan. Mehr und mehr setzt sich die Meinung durch, dass diese Aktionen wirkungslos verpuffen und damit das Vertrauen in die Märkte auf absehbare Zeit nicht zurückkehren wird. Das Unterschreiten wichtiger Chartmarken und damit ausgelöste Stoppverkäufe beschleunigten die Abwärtsbewegung zudem. Gerüchte um einen in Zahlungsschwierigkeiten geratenen US-Versicherer sorgten dafür, dass Aktien von Prudential Financial um mehr als 23 % abgaben. Protective Life verloren 44 %, während AIG mehr als 25 % absackten. Für letztgenannte muss die im September gewährte Kreditlinie in Höhe von 85 Mrd. USD um weitere 37 Mrd. USD aufgestockt werden. Aktien von XL Capital gaben um 54 % nach. Der von den Financials ausgehende Druck auf die Indizes weitete sich sukzessive auf andere Branchen aus. Sorgen dass die Krise immer weitere Kreise zieht, und sich auf die Realwirtschaft auswirkt, ließen General Motors-Anteilsscheine um rund 31 % fallen. Damit erreichte das Papier den tiefsten Stand seit 1950. Nun stellt sich die Frage, welche Maßnahme die Gemüter beruhigen könnte. Heute steht konjunkturseitig die Veröffentlichung der US-Importpreise für den Monat September auf der Agenda. Größere Bedeutung wird jedoch dem Quartalsbericht von General Electric zukommen. Im Konsensus wird mit einem EPS i.H.v. 0,45 USD vs. 0,50 USD in der Vorjahresperiode gerechnet.
Lange Zeit sah es gestern so aus, als könnte sich der Dax einwenig erholen. Im späten Handel begann ein erneuter Ausverkauf, was den Leitindex um 2,53 % schwächer schließen ließ. Dass die vermeintliche Korrekturbewegung nicht lange andauern würde, verdeutlichte die hohe Anzahl von Aktien, welche neue Jahrestiefs erreichten. Unter den in Deutschland gehandelten Wertpapieren traf dies auf mehr als 120 Titel zu. Merck, Infineon, E.ON, Continental, Rofin Sinar, Gerresheimer, GFK und MPC Münchmeyer sind insbesondere zu nennen. Angesichts der extrem schwachen Vorgaben wird sich die Abwärtsbewegung des Dax heute deutlich fortsetzen und beschleunigen. Das im Equity Daily vom 08.10. skizzierte, mögliche Kursziel von 4.466 Punkten könnte heute bereits erreicht werden. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser extrem wichtigen Chartmarke würde Potenzial bis an den Rand einer wichtigen Stauzone eröffnen. Diese findet sich aktuell bei 4.173 Punkten. Die große Bedeutung dieser Zone wird durch den in diesem Bereich verlaufenden Gann-Angel (Bildung eines Clusters) nochmals unterstrichen. Zwischensupports lassen sich bei 4.356 und 4.225 Zählern definieren. Weiterhin gilt die Devise, dass das derzeitige Chance- und Risikoprofil keine Aktienkäufe rechtfertigt.
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