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16. Februar 2009, 10:44

Aktienmärkte präsentieren sich lust- und impulslos
Die erhofften Effekte, ausgehend vom US-Konjunkturpaket, verpuffen
Die US-Aktienbörsen gingen am Freitag mit Kursabschlägen aus dem Handel. Lange Zeit hatten die Indizes in einer Seitwärtsrange gehandelt, bevor sich die Abwärtsbewegung kurz vor Handelsschluss beschleunigte. Anhaltende Sorgen um die Verfassung des Bankensektors und die weitere Unklarheit über das Bankenrettungspakets hatten belastet.
Zudem drückte ein Milliardenverlust der britischen HBOS auf das Sentiment. Heute bleiben die US-Aktienbörsen feiertagsbedingt geschlossen. Der Unternehmensterminkalender ist in dieser Woche relativ leer.

Quartalsberichte werden unter anderem von Medtronic, Wal-Mart, Analog Devices, Hewlett-Packard, Comcast, Intuit, Newmont Mining, Sprint Nextel JC Penney und Lowe`s erwartet. Hingegen stehen eine ganze Reihe von Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an: Zu nennen sind der NAHB-Wohnungsmarktindex, die Hausbaubeginne und die Baugenehmigungen. Eine Trendwende am Häusermarkt zeichnet sich nicht ab.
Auch im Januar werden die Daten von Schwäche geprägt sein. Bei der Industrieproduktion (Mittwoch) sind die Vorgaben negativ. Vor allem der Index der geleisteten Arbeitsstunden weist auf einen nochmaligen Rückgang hin. Hier besteht gegenüber der Konsensschätzung Enttäuschungspotenzial. Zu erwähnen sind auch die Preisentwicklungen. Am Mittwoch werden die Importpreise, am Donnerstag die Erzeugerpreise und am Freitag die Konsumentenpreise veröffentlicht. Von den Energiekosten geht im Januar kein entlastender Effekt aus. Daher bahnen sich leichte Vormonatsanstiege an. Im Fall der Konsumentenpreise sorgt aber ein günstiger Basiseffekt dafür, dass die Jahresrate in negatives Terrain vordringt. Dies wäre das erste Vorjahresminus seit 1955. Zu erwähnen sind noch die ersten Stimmungsindikatoren des Monats Februar, der Empire-State-Index (Dienstag) und der Philadelphia-Fed-Index (Donnerstag), die insgesamt leichte Anstiege verzeichnen können. Die Zahlen machen Hoffnungen auf eine zaghafte Stabilisierung der Konjunktur möglich. Ein damit verbundener Rückgang der Risikoaversion würde den Aktienmärkten zugute kommen.

Auch der Dax schwächelte am Freitag ein wenig. Das Tageshoch wurde bei 4.508 Zählern markiert, mit einem Schlusskurs von 4.413 Punkten blieb vom zwischenzeitlichen Kursgewinn nicht mehr viel übrig. In der letzten Woche war die Verunsicherung unter den Marktteilnehmer erneut hoch. Dieser Eindruck wurde zuletzt doch erhöhte Schwankungsanfälligkeit und vor allem von steigendem Volumen an Tagen mit Kursverlusten untermauert. Gespannt darf man in dieser Woche auf einige Unternehmensberichte sein. So werden u.a. die comdirect bank, Daimler, Gerresheimer, Commerzbank, Merck, MLP, Puma, Continental, Deutsche Postbank, Fresenius Medical Care, MAN und Premiere ihr Zahlenwerk präsentieren. Der heutige Handelstag wird sehr schleppend und lustlos verlaufen, da die US-Aktienbörsen feiertagsbedingt geschlossen bleiben.
Diese „Handelsunterbrechung“ und eine Vielzahl von US-Konjunkturdaten werden voraussichtlich am Dienstag für hohe Volatilität sorgen. Für Aufmerksamkeit sorgt die ZEW-Konjunkturumfrage (Dienstag). Der Ausblick dürfte zum vierten Mal in Folge verbessern. Dafür sprechen die bessere Sentix-Umfrage und die Konjunkturprogramme, welche auf eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in der zweiten Jahreshälfte hoffen lassen. Die vorläufigen europäischen Einkaufsmanagerindizes (Veröffentlichung Freitag) werden unserer Einschätzung nach ebenfalls leicht zulegen. Sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Servicebereich sind Verbesserungen möglich, da die Umfrage der Banque de France und die US-amerikanischen Frühindikatoren, insbesondere der ISM-Index, gestiegen sind. In der Summe werden die Zahlen auf zaghafte, konjunkturelle Stabilisierungstendenzen aufmerksam machen. Die Indikation für den heutigen Handelsstart fällt etwas leichter aus. Einmal mehr werden die Bankaktien im Fokus stehen, nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass nun auch die Aarealbank Staatshilfe beantragt hat.




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