30. März 2009, 10:59
Börsen legen wieder den Rückwärtsgang ein Vorläufige Ablehnung der Sanierungspläne von GM und Chrysler Die US-Börsen verbuchten am Freitag Kursverluste. Den gesamten Handelstag über war es den Indizes nicht gelungen, ins positive Terrain vorzudringen. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage waren Gewinnmitnahmen dafür verantwortlich. Der Finanzsektor gab am Freitag um 3,5 % als schwächster Bereich ab, dennoch stand im Wochenvergleich ein Plus von 12,2 % auf der Habenseite. Die Stimmung hatte sich ein wenig eingetrübt, nachdem die Chefs von JP Morgan und Bank of America darauf hingewiesen haben, dass das Geschäft im März schwieriger gewesen sei, als in den beiden Vormonaten. Unter den Verlierern waren auch Schwergewichte wie IBM, Apple, Microsoft, Exxon und Chevron zu finden. Für Accenture ging es um 13,5 % abwärts, nachdem das Unternehmen einen Umsatzeinbruch bekannt gegeben hatte. Hingegen profitierten die die Papiere von GM (+6 %) von der Hoffnung, dass es heute zu einer Ankündigung von weiteren Sanierungsschritten kommen wird. Wie nun bereits bekannt ist, wurden diese Hoffnungen bereits während des Wochenendes enttäuscht. Die von Präsident Obama eingesetzte Task-Force hat die Sanierungspläne von GM und Chrysler abgelehnt und zudem weitreichende Maßnahmen gefordert. Ansonsten würde bereits in wenigen Wochen der Geldhahn zugedreht, hieß es. Diese Meldung sorgte dafür, dass die Autowerte im asiatischen Aktienhandel deutlich verloren und auch den Gesamtmarkt mit nach unten zog. In der Folge notieren aktuell die US-Futures mit Abschlägen. Auch in dieser Woche werden die US-Konjunkturdaten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Immobiliendaten und die ISM-Einkaufsmanagerindizes (Industrie- und Dienstleistungen) sind zu nennen. Am Donnerstag beginnt das Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern. Unternehmenszahlen werden Lennar Corp, Apollo Group, Micron Tech. Und Monsanto vorlegen. In der 2. Aprilwoche nimmt die Anzahl von Q1-Berichten deutlich zu.
Der Dax beendete am Freitag seine „Gewinnstrecke“ der letzten Tage und ging mit einem Abschlag von 1,3 % bei 4.203 Punkten aus dem Handel. Mehr und mehr rückt offenbar wieder die Erkenntnis in den Fokus, dass die Kurse schon sehr viel positive Erwartungshaltung eingepreist haben. So überrascht es nicht, dass in Folge von Gewinnmitnahmen die Kurse nachgaben. Nicht zuletzt die Tatsache, dass die letzten Kursgewinne der letzten Tage von schwachen Umsätzen begleitet wurden und es zudem nicht gelungen war, das Fibonacci-Retracement im Bereich von 4.267 Zählern zu überwinden, hatte unter technischen Gesichtspunkten eine entsprechende Indikation auf einen Dreh der Bewegungsrichtung geliefert. Der heutige Start in den Handelstag wird schwächer ausfallen. Auch hierzulande werden die Autowerte, nach den Entwicklungen bei GM und Chrysler, im Blickpunkt stehen. Die US-Autotask-Force hatte die Sanierungspläne für die genannten Autobauer zunächst abgelehnt. GM-Chef Wagoner trat mit sofortiger Wirkung zurück.
In dieser Woche steht eine ganze Reihe von Events im Fokus. Zu nennen ist insbesondere die EZB-Zinssentscheidung und die anschließende Pressekonferenz. Wir gehen davon aus, dass die EZB die Zinsen um weitere 50 Basispunkte auf dann 1,0 % senken wird. Unternehmensseitig stehen die Hauptversammlungen von Merck und MAN auf der Agenda. Insbesondere die Ausblicke, sofern denn welche abgegeben werden, dürften von besonderem Interesse sein. Ihren Jahresabschluss präsentieren u.a. Deutsche Wohnen, H&R Wasag, Sunways, Klöckner & Co., Beru, Gerresheimer und Solon.
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