20. Mai 2009, 11:15
Japan: BIP schrumpft im ersten Quartal um annualisiert 15,2 %, nach -14,4 % in Q4. J. Stark (EZB) sieht Schrumpfung der EWU-Wirtschaft bis zum Jahresende. Uneinheitlich tendierten die US-Indizes. Während der Nasdaq mit einem kleinen Aufschlag von 0,13 % bei 1.734,54 Punkten aus dem Handel ging, verloren Dow Jones 0,34 % auf 8.474,85 und S&P 500 0,17 % auf 908,13 Zähler. Belastet wurden die Standardtitel durch schwache Baubeginne, die unerwartet um 13 % gesunken waren, und einem enttäuschenden Ausblick der Baumarktkette Home Depot. Auch die Spekulationen über rasche Rückzahlungen von Staatshilfen einiger Großbanken konnte die Stimmung am Parkett nicht nachhaltig verbessern.
Der heutige Datenkalender ist dünn besetzt. Die Sitzungsprotokolle der Bank of England und der Fed werden kaum für marktbewegenden Einfluss sorgen. Aufgrund des Feiertages wenden wir uns schon heute den wichtigsten Datenveröffentlichungen von morgen zu. In den USA stehen Stimmungs- und Frühindikatoren auf der Agenda. Der Philly-Fed-Index, die Fed-Umfrage in der Industrie, wird sich vermutlich ebenso erholen wie sein Pendant in der Region New York. Positives Überraschungspotenzial ist vorhanden, nachdem der Empire-State-Index unerwartet stark zulegte. Auch der Index der Frühindikatoren des Conference Boards wird das sich aufhellende Konjunkturbild stützen. Hier scheint ebenfalls eine Überraschung auf der Oberseite möglich. Fraglich ist, ob sich diese verbesserten Aussichten auch schon am Arbeitsmarkt widerspiegeln. Zuletzt überraschten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe durch einen Anstieg auf der negativen Seite und auch die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen stieg weiter drastisch an.
Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag befestigt und im Hoch bei 5.005 notiert, ging jedoch mit 4.959,62 Punkten (+2,22 %) aus dem Handel. Damit ist er zum wiederholten Mal daran gescheitert, das markante Kurshoch vom 7. Mai sowie die Marke von 5.000 Punkten nachhaltig zu überwinden. Enttäuschende US-Immobilienzahlen haben unter anderem die anfängliche Euphorie an den Aktienmärkten beendet. Technisch ist ein Sprung über die genannten Widerstände notwendig, um weiteres Potenzial nach oben zu generieren. Darüber hinaus wird darüber spekuliert, dass viele Fondsgesellschaften und Kapitalsammelstellen bei einem Dax-Anstieg über 5.000 Punkte ihre Investments in Aktien hochfahren. Die größten Indextreiber des gestrigen Tages waren Siemens (+5,29 %), Deutsche Bank (+6,35 %) und E.ON (+3,13 %), während Volkswagen (-2,22 %) und Deutsche Telekom (-0,83 %) die größten Verlierer waren. Salzgitter war mit einem Aufschlag von 8,81 % der prozentuale Spitzenreiter des gestrigen Tages.
Der breiter gefasste Stoxx50 schloss bei 2.459,59 Zählern (+1,52 %). Heute stehen von fundamentaler Seite keine marktbewegenden Zahlen zur Veröffentlichung an. Erst am morgigen Feiertag wird es mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes wieder interessant. Nachdem die ZEW-Umfrage zum siebten Mal in Folge gestiegen ist, dürften auch die Einkaufsmanager eine Stimmungsverbesserung anzeigen. Dafür sprechen auch die zuletzt stabilen Auftragseingänge, die robusten Produktionszahlen und die befestigte sentix-Umfrage. Die jeweiligen Konsensschätzungen sind aber hinreichend optimistisch, so dass wir kein positives Überraschungspotenzial ausmachen. Insofern sollte der Aktienmarkt von den Zahlen keine zusätzliche Unterstützung erfahren.
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