27. Juli 2009, 11:05
Aktienmärkte weiter positiv gestimmt Die US-Börsen zeigten vor dem Wochenende ein gemischtes Bild. Während der Dow und der S&P 500 moderate Kursgewinne etablieren konnten, ging es für die Nasadaq erstmals nach mehr als 2 Wochen leicht nach unten. Insbesondere der Quartalsbericht von Microsoft sorgte für Enttäuschung. Der Umsatz des Unternehmens war im 4. Geschäftsquartal um 17 % eingebrochen. Hoffnungen (ausgeslöst von guten Ergebnissen von Intel, IBM und Apple) dass sich die Technologiebranche schneller erholen kann, wurden damit zunichte gemacht. Das Mircosoft-Papier verlor 8,3 %. Auch die Geschäftszahlen von Amazon.com fielen recht durchwachsen aus, was die underperformance des Nasdaq zudem begünstigte. Hingegen konnten sich Aktien aus dem Bereich Health Care (+1,6 %) besonders gut behaupten. Das gehandelte Volumen an der NYSE fiel mit rund 1,02 Mrd. Aktien erneut recht schwach aus. Das Verhältnis von Gewinnern zu Verlierern war mit 1.909/ 1.089 positiv. Heute werden in den USA die Neubauverkäufe veröffentlicht. Die Indikationen sind positiv, so dass Hoffnungen auf eine Bodenbildung am Immobilienmarkt bekräftigt werden. Bereits die Eigenheimverkäufe, die Hausbaubeginne und die Baugenehmigungen haben auf der positiven Seite überrascht. Im weiteren Wochenverlauf stehen noch einige regionale Stimmungsindikatoren zur Veröffentlichung an, die Hinweise auf den landesweiten ISM-Index liefern. Bis jetzt zeichnet sich eine erneute Verbesserung der Stimmungslage im Industriesektor ab. Demgegenüber wird der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter (Mittwoch) voraussichtlich seinen Vormonatsanstieg korrigieren. Das Highlight der Woche stellt die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts dar (Freitag). Hier dürfte bestätigt werden, was frühzyklische Stimmungsindikatoren schon seit Wochen anzeigen: Die Dynamik des konjunkturellen Abschwungs lässt nach. Zwar ist auch im zweiten Quartal dieses Jahres die gesamtwirtschaftliche Leistung voraussichtlich gesunken, mit einem erwarteten Minus von 1,0 % (annualisiert) fällt der Rückgang aber deutlich geringer aus als in den Vorquartalen. Darüber hinaus wird wieder eine ganze Reihe von Quartalsberichten vorgelegt. U.a. stehen Verizon, Honeywell, United States Steel, Viacom, Symantec, Aetna, ConocoPhillips, Sprint Nextel, Time Warner, Colgate Palmolive, Exxon Mobil, Intl. Paper, Motorola, Dow Chemical und Chevron auf der Agenda.
Nach der fulminanten Anstiegsbewegung der letzten Tage, ging dem Dax verübergehend am Freitag ein wenig die Luft aus. Am Ende des Xetrahandels notierte das deutsche Aktienbarometer um 0,34 % schwächer bei 5.229,36 Punkten. Zuvor wurde im Tagesverlauf ein Jahreshoch bei 5.301,91 Punkten markiert. Im Tageschart ergab sich damit sein sog. „long legged doji“ welches die Wahrscheinlichkeit für eine temporäre Gegenreaktion (nach unten) des Marktes größer werden lässt. Im Bereich von 5.120 Zählern findet sich jedoch eine erste, tragfähige Unterstützung. ThyssenKrupp (+3,54 %) vollzog die beste Tagesperformance unter den Daxwerten. Volkswagen (+2,53 %) und Fresenius Medical Care (+2,16 %) folgten. Sehr deutlich ging es für Merck-Aktien nach unten. Die Papiere gaben 14,72 % ab, nachdem bekannt wurde, dass die Euroäische Arzneimittelbehörde EMEA dem Medikament Erbitux die Zulassung verweigerte. Angesichts guter Vorgagben wird der Dax heute freundlich in den Handel starten. In dieser Woche steht eine Vielzahl von Unternehmensergebnissen auf der Agenda. U.a. werden Deutsche Bank, Bayer, Daimler, Puma, SAP, Vossloh, BASF, Continental, Deutsche Lufthansa, Deutsche Postbank, GEA, Hugo Boss, MAN, Siemens und VW berichten. In der Eurozone stehen in der Woche nur wenige Datenveröffentlichungen an. Erwähnenswert ist die vorläufige deutsche Inflation. Die im Vergleich zu Juni gesunkenen Rohstoffpreise sowie ein sehr günstiger Basiseffekt sprechen dafür, dass die Jahresrate in den Minusbereich rutscht. Damit wird die Europäische Zentralbank darin bestätigt - in Verbindung mit dem außergewöhnlich geringen Geldmengenwachstum (Montag) - an der sehr expansiven Geldpolitik vorerst festzuhalten.
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