Die Fortdauer der Hausse an den Aktienbörsen, der steigende Ölpreis, positive Konjunkturdaten und das hohe Angebot neuer Anleihen setzt den internationalen Bondmärkten derzeit gehörig zu. Die Renditen internationaler Staatsanleihen stiegen nach besser als erwarteten Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (514K), dem überraschen starken Anstieg des Empire- State- Indikators für die Wirtschaftsregion New York (34.25 nach 18.88) auf den höchsten Stand seit 5 Jahren und der erhöhten Wachstumsprognose für 2010 auf 1.2 % der führenden Forschungsinstitute in Deutschland weiter an. Der Rückgang des Philly- Fed- Indexes von 14.1 auf 11.5 Punkte konnte den Druck nur temporär lindern, die Kurse der Staatsanleihen gaben zum Schluss auf breiter Front weiter nach. Bund- (121.26) und Bobl- Kontrakt (115.10) schlossen 54 bzw. 39 Stellen leichter, der Schatz (107.875) ging 17 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe stieg auf 3.32%, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 191 BP aus. 10-jährige US- Treasuries rentieren 4 BP höher bei 3.46 %, der JGB- Future (138.92) notiert 6 Ticks niedriger. Der Euro gibt auf 1.492 Dollar nach, der Preis für das Barrel Öl steigt kräftig auf 78 Dollar. Nach den Quartalsberichten von Citigroup und Goldman Sachs veröffentlicht heute die Bank of America ihre Zahlen. Daneben stehen General Electric, Mattel und Sony Erisccon auf der Agenda.
Von konjunktureller Seite dürfte die Handelsbilanz der Eurozone im August (2.5 Mrd. Euro) nur wenig interessieren, die Aufmerksamkeit richtet sich dagegen auf US- Industrieproduktion (0.2 %) und Kapazitätsauslastung (69.8 %) sowie die Vorabschätzung zum Verbrauchervertrauen der University of Michigan (73.5 nach 73.5) und die TIC- Flows (30 Mrd. USD). Am Primärmarkt kehrt nach der Flut neuer Anleihen in dieser Woche erst einmal Ruhe ein. In der kommenden Woche stehen außer der Aufstockung zweier Bonds aus Irland mit Fälligkeiten 03/12 und 04/2016 um 0.3-5 bzw. 05-07 Mrd. Euro und 4.75 Mrd. GBP 5-jährigen Gilts aus Großbritannien keine Neuemissionen auf der Agenda. Zudem kauft die BoE insgesamt 4.1 Mrd. GBP ausstehender Anleihen zurück.
Technik: Der Bund- Future tendierte nach schwacher Eröffnung weiter südwärts, Erholungsphasen waren in punkto Zeit und Ausmaß wenig ausgeprägt. Der Kontrakt markierte ein Tagestief bei 121.13 und schloss(121.26) 54 Stellen unter Vortagsniveau. Das technische Bild hat sich weiter eingetrübt, die Indikatoren sind klar nach Süden gerichtet. Im kurzfristigen Stundenchart weisen sie jedoch auf überverkauftem Niveau positive Divergenzen auf und machen Hoffnung auf eine Zwischenerholung. Widerstände liegen heute bei 121.51, 121.63 und 121.75 (Fibonacci von 122.13 bis 121.13). Eine Bewegung über 122.04 (61.8 % von 122.60 bis 121.13) sehen wir allerdings nicht. Die wichtige Unterstützung bei 121.07 (61.8 % % von 119.85 bis 123.04) liegt jetzt in greifbarer Nähe. Darunter muss mit einer Ausweitung des Abwärtsimpulses über 120.94 (Tief v. 25.09.), 120.66 (24.09.) und 120.32 (Wochentrend) bis zum Ausgangspunkt der jüngsten Aufwärtsbewegung bei 119.85 gerechnet werden.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 04. Oktober 2010 (Pkw-Neuzulassungen für September) 04. Oktober 2010 (sentix Konjunkturindex für Oktober) 04. Oktober 2010 (Konjunkturprognose 2011) 17. September 2010 (Erzeugerpreise für August) 15. September 2010 (Konjunkturprognose) 15. September 2010 (Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe für Juli) 14. September 2010 (ZEW Konjunkturerwartungen für September) 14. September 2010 (Großhandelspreise für August) 10. August 2010 (Großhandelspreise für Juli) 10. August 2010 (Verbraucherpreise für Juli)