Zinsabsicherungsstrategien für Unternehmen
Trotz historisch niedriger Zinsen raten wir bei Finanzierungen zu Zinshedgingstrategien,
die auch Zinsverbilligungspotenziale abschöpfen und die Liquiditätssituation verbessern.
Im Rahmen von Zinshedgingstrategien stechen im historischen Vergleich zwei Merkmale besonders
hervor. Einerseits handeln die Kassasätze mittlerer Zinsbindungsfristen auf historisch niedrigen
Niveaus, andererseits hat die Steilheit der Kurve (und damit der Finanzierungsvorteil kurzer
Laufzeiten) wieder die Höchstwerte erreicht, wie sie zuletzt in den 1990iger Jahren zu beobachten
waren. Genauer gesagt handelt das so genannte Zinsratio beispielsweise fünfjährige Euro-
Swapsätze zum Dreimonatsgeld aktuell leicht über 200 Basispunkten. In den Terminsätzen ist
damit für die kommenden Jahre ein kräftiger Anstieg der Zinssätze eingepreist, was sich für
Zinssicherungsstrategien ausnutzen lässt.
Ohne Zweifel ist die Geschwindigkeit bemerkenswert, mit der sich die Konjunkturindikatoren aus
dem Tal der jüngsten Rezession nach oben bewegen, und so eine kräftige Wachstumsbeschleunigung
für die Eurozone zumindest im laufenden Halbjahr signalisieren. Auch für
2010 hat sich der konjunkturelle Ausblick etwas aufgehellt. Aus Sicht der EZB bleibt dieser aber
äußerst unsicher. Schließlich lassen wichtige Indikatoren wie die Kreditvergabe noch keine Wende
zum Besseren erkennen. Kurz gesagt, die systemischen Risiken sind noch nicht gebannt, weshalb
ein Ausstieg der EZB aus der aktuellen sehr expansiven Geldpolitik vor Mitte 2010 eher
unwahrscheinlich ist.
Mittels variabel verzinster Finanzierungen könnte zwar der Zinsaufwand reduziert, und damit die
Liquiditätssituation gleichzeitig verbessert werden. Das Risiko steigender Zinssätze, das auf
mittlere bis längere Sicht auch unserer Einschätzung nach zunimmt, wäre damit bei (bestehenden
variablen) Finanzierungen jedoch nicht abgesichert. Wir empfehlen daher einen Balance-Swap mit
fünfjähriger Laufzeit, der die zuvor beschriebenen Eckgrößen angemessen miteinander verbindet.
Bei dem hier vorgestellten Produkt zahlt der Kreditnehmer vierteljährlich eine gewichtete
Kombination aus variablem Zinssatz und einem Festsatz von 3,65%. Anfangs ist die variable
Komponente mit 80% sehr hoch gewichtet, um an den historisch (noch) niedrigen Geldmarktsätzen
zu partizipieren. Auf Basis unserer Prognosen (der Terminsätze) resultiert daraus im ersten Jahr
eine Zinsverbilligung von etwa 119 Basispunkten (103 Basispunkten) p.a. gegenüber dem
aktuellen fünfjährigen Swapsatz.
Da sich die Gewichte im Verlauf zugunsten des Festsatzes verschieben, verringert sich zwar der
Vorteil sukzessiv (und kann sich auch in einen Nachteil wandeln). Allerdings weist dieser
prämienfreie Swap neben dem zuvor bereits erwähnten Festsatz einen Cap in gleicher Höhe für
den 3-Monats-Euribor auf. Dadurch werden die Aufwärtsrisiken weitgehend abgesichert und
dadurch die Planungssicherheit erhöhen.
Mit diesem Produkt erzielen Kreditnehmer einen umso größeren Vorteil, je länger die Geldmarktsätze
auf niedrigen Niveaus verharren. Geht der Kreditnehmer auf kurze Sicht von einem
schnellen Zinsanstieg aus, würden wir hingegen zu einer traditionellen Absicherung greifen.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 10. August 2010 (Großhandelspreise für Juli) 10. August 2010 (Verbraucherpreise für Juli) 02. August 2010 (VDMA Auftragseingang für Juni) 02. August 2010 (Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe für Juli) 30. Juli 2010 (Großhandelsumsatz im 2. Quartal) 30. Juli 2010 (Einzelhandelsumsätze für Juni) 29. Juli 2010 (Arbeitslosenzahlen für Juli) 28. Juli 2010 (DIW Konjunkturbarometer für Juli) 28. Juli 2010 (Verbraucherpreise für Juli) 27. Juli 2010 (GfK-Konsumklima-Index für August)