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31. August 2009, 11:22

Rentenmarkt behauptet sich - Bund-Future trotz guter Konjunkturdaten stabil
Der Bund-Future zeigte sich in der letzten Woche äußerst robust, obwohl zahlreiche Konjunktur und Stimmungsbarometer deutlich über den Erwartungen lagen.
Am Montag wurden die Analysten bereits von der im Juni starken Zunahme bei den Auftragseingängen im Euroraum überrascht. Allerdings erhielt der europäische Rentenmarkt von den fester tendierenden US-Treasuries Rückenwind, da die US-Notenbank Fed im Rahmen ihres Ankaufprogramms erneut kurz laufende Anleihen erwarb.
Am Dienstag zeigte der US-Hauspreisindex von S&P/Case-Shiller für den Juni einen klaren Anstieg an. „Damit scheint die Trendwende am US-Immobilienmarkt endgültig eingeläutet zu sein“, sagte Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Börse Stuttgart. Außerdem legte der Index für das US-Verbrauchervertrauen im August überraschend kräftig zu. Hier stieg die Erwartungskomponente sogar auf den höchsten Stand seit Ende 2007. Und das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete für das zweite Quartal erstmals seit Anfang 2008 wieder einen leichten Anstieg. Die genannten Daten hätten den Bund-Future belasten müssen, aber einerseits äußerten sich einige Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) zu den Konjunkturaussichten im Euroraum eher vorsichtig und andererseits spricht die Nominierung für eine weitere Amtszeit von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke für eine Fortführung der aktuellen Geldpolitik und damit für Kontinuität, wodurch der Rentenmarkt letztlich gestützt wurde.
Am Mittwoch stieg dann der ifo-Geschäftsklimaindex auf einen neuen Jahreshöchststand. „Nach den hervorragend ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes am vergangenen Freitag waren die Erwartungen hier offenbar noch größer“, resümierte Sabine Traub. Deshalb notierte der Bund-Future weiter stabil. Die deutlich gestiegenen Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA setzten später den Reigen der sich verbessernden Konjunkturdaten fort. Zudem überraschten die Verkaufszahlen für Neubauten in den USA positiv. Da dies aber den Aktienmärkten vorerst keine neuen Impulse verleihen konnte, konnte sich der Bund-Future weiter behaupten.
Anders als erwartet, wurden die BIP-Zahlen aus den USA für das zweite Quartal nicht nach unter revidiert, sondern mit annualisierten minus 1,0 Prozent bestätigt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA waren allerdings nur leicht rückläufig, so dass auch am Donnerstag kein größerer Druck auf die festverzinslichen Papiere aufkam.
Zum Wochenausklang ging dem richtungsweisenden Bund-Future etwas die Puste aus und er notierte etwas leichter unterhalb der Marke von 122,50 Punkten. Die aus USA veröffentlichten Daten wie die Konsumausgaben und Inflationsdaten wurden im Rahmen der Erwartungen veröffentlicht und konnten für keine großen Impulse sorgen.

Anlegertrends: Sommerflaute bei Neuemissionen vorüber
Das Neuemissionskarussell beginnt sich wieder zu drehen. Die traditionelle Sommerflaute neigt sich also dem Ende zu.
Bereits am Montag sorgte die Nachricht für Furore, dass die Deutsche Bank seit langem die erste Emission einer Nachranganleihe plane. Damit wolle das Geldinstitut den seit Monaten brachliegenden Markt für die risikoreicheren Papiere beleben, hieß es in Branchenkreisen. Wegen seiner Ausgestaltung wird ein solcher Bond dem Kernkapital zugerechnet. Nachrang-Anleihen haben wegen ihrer Risiken zwar einen hohen Zinskupon, im Falle einer Insolvenz würden die Ansprüche der Investoren jedoch erst nach denen anderer Gläubiger bedient werden. Seit fast einem Jahr sind in Europa keine Papiere dieser Art mehr begeben worden, weil die Marktteilnehmer aufgrund der Finanzkrise vor größeren Risiken zurückschreckten.
Als sich die Meldung bestätigte, gaben die drei bisher gehandelten Tier-1-Anleihen der Deutsche Bank um circa drei Prozentpunkte nach, da sie über niedrigere Kupons als die neue Tier-1-Anleihe verfügen. Tier-1-Anleihen sind eine besondere Form der Nachranganleihen. Sie befinden sich in der Gläubigerrangordnung zwischen Genussscheinen und Aktien.
Die neue Tier-1-Anleihe der Deutschen Bank (WKN: A1ALVC) wird ab dem 2. September an der Börse Stuttgart handelbar sein. Sie hat einen festen Kupon von 9,5 Prozent und ist ab dem 31. März 2015 jährlich kündbar. Die Mindeststückelung liegt bei privatanlegerfreundlichen 1.000 Euro.
Eine weitere Tier-1-Anleihe wird bereits am 1. September von der Société Générale an der Börse Stuttgart eingeführt (WKN: A1AL1S). Sie ist vom Emittenten zum 4. September 2019 kündbar und verzinst sich bis zu diesem Termin mit 9,375 Prozent, danach wird die Anleihe zum Floater mit einem variablem Zins von Drei-Monats-Euribor plus 8,901 Prozentpunkte. Die kleinste handelbare Einheit und die Mindeststückelung wurden hier mit 50.000 Euro festgelegt.
Schon ab dem 31. August werden drei weitere festverzinsliche Wertpapiere an der Börse Stuttgart handelbar sein: So kommt Daimler mit einer neuen Anleihe an den Markt (WKN: A1A55G). Der Zins liegt bei 4,625 Prozent. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Auch hier wurde an die Privatanleger gedacht. Die kleinste handelbare Einheit ist wie gehabt 1.000 Euro.
Zudem begibt die WestLB einen Bond mit einer Laufzeit bis zum 3. September 2012 und einem festen Zins von 3,5 Prozent (WKN: WLB26G). Mindeststückelung und kleinste handelbare Einheit betragen ebenfalls 1.000 Euro.
Dritter im Bunde ist der Lloyds-Konzern, der einen Bond (WKN: A1AL1R) mit zehnjähriger Laufzeit und einem festen Zins von 5,375 Prozent begibt. Allerdings liegt hier die Mindeststückelung bei 50.000 Euro.




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