30. September 2009, 10:15
Das vom Conference Board ermittelte amerikanische Verbrauchervertrauen ist im
September überraschend um 1,4 auf 53,1 Punkte gefallen. Zwar befindet es sich damit
weiterhin deutlich über dem Tief vom Februar, doch hat die Erholung in den
vergangenen Monaten an Schwung verloren. Dies unterstützt unsere
Einschätzung, dass der private Konsum sich diesmal weniger kräftig erholen wird als
nach früheren Rezessionen.
Das Verbrauchervertrauen des Conference Board sank im September um 1,4 auf 53,1 und
blieb damit unter den Erwartungen (Commerzbank-Prognose: 56,0; Konsens 57,0). Der Rückgang
geht hauptsächlich auf die Einschätzung der aktuellen Lage zurück (22,7 nach 25,4),
während die Erwartungskomponente mit 73,3 nach 73,8 auf relativ hohem Niveau verharrte.
Der wichtigste Grund für die pessimistischere Beurteilung dürfte die Lage am Arbeitsmarkt
sein. So stuften nur noch 3,4% das Arbeitsplatzangebot als „reichlich“ ein, ein neues Tief in
diesem Zyklus. Darin spiegelt sich die Arbeitslosenquote wider, die im August auf 9,7% stieg
und in den nächsten Monaten auf mehr als 10% klettern dürfte. Diese negative Entwicklung
überdeckt positivere Anzeichen-die für unsere etwas optimistischere Index-Prognose
verantwortlich waren-wie die höheren Aktienkurse, den leichten Rückgang der Benzinpreise
und die Medienberichte, dass die Rezession wahrscheinlich zur Jahresmitte 2009 endete.
Die Befragten erklärten außerdem, dass sie Anschaffungspläne für Autos, Häuser und größere
Konsumgüter reduziert haben. Dies steht im Einklang mit unserer Prognose, dass der private
Verbrauch-abgesehen von dem kurzlebigen Autoboom im Zuge der amerikanischen Version
der Abwrackprämie-weniger stark zum Wachstum beitragen dürfte als in früheren
konjunkturellen Erholungen.
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