Zunächst Vorteil für die Bären
Deutliche Impulse für den Markt wird es in der kommenden Woche kaum geben. Der
Daten- und Emissionskalender ist nur dünn gefüllt und von Seiten der Zentralbanken sind
keine marktbewegenden Überraschungen zu erwarten. In solchen Phasen spricht
manches dafür, mit dem aktuellen Trend zu gehen, und dieser lässt eher höhere Renditen
erwarten. Deshalb dürfte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen nach der jüngsten
Kursrallye wieder Richtung 3,40% steigen. Dies würde auch für eine wenn auch nur
vorübergehende neuerliche Versteilung der Kurve und wieder höhere
Inflationserwartungen sprechen.
Ein Blick auf den Datenkalender bietet wenig Orientierung, da-abgesehen vom Ifo-Index Ende
der Woche-wenig marktbewegende Indikatoren anstehen. Zudem legt das Anleiheangebot
eine Verschnaufpause ein: die USA halten sich noch zurück und auch aus dem Euroraum
kommt nach der Angebotswelle der vergangenen Woche kaum etwas nach. Dagegen könnten
Zentral-bankentscheidungen Überraschungen bringen: bei einigen kleineren Notenbanken (Bank
von Kanada, Schwedische Riksbank) stehen Zinsentscheidungen an, die Bank von Japan und
die die Bank von England veröffentlichen die Protokolle der letzten geldpolitischen Sitzungen
und gleich mehrere Fed-Offizielle melden sich zu Wort, einschließlich Bernanke am Freitag.
Dennoch sind wir überzeugt, dass diese Ereignisse keinerlei Marktbewegung auslösen.
Wenn von anderswo keine Signale kommen, wird gerne auf die technische Situation geschaut –
und diese verheißt kurzfristig für festverzinsliche Anlagen nichts Gutes. Realrenditen sind auf
historische Tiefstände gefallen, und die Rendite zehnjähriger Bunds testete letzte
Woche erneut die 3-Prozent-Marke-verständlich, dass viele Marktteilnehmer an Anleihen
festhalten. Allerdings hat der Bund-Future vergangene Woche den Kurzfristtrend nach unten
durchbrochen. Auch wenn wir weiterhin überzeugt sind, dass es zu keinem
Ausverkauf kommen wird. Kurzfristig rechnen wir aber damit, uns am unteren Ende der
Handesspanne zwischen 120-122 wiederzufinden. Das dürfte etwa 3,40% für zehnjährige
Bundrenditen bedeuten. Dies dürfte auch zu einer erneuten Versteilung der Renditekurve
führen. Aus taktischer Sicht bevorzugen wir Cash oder Forward-Steepeners.
Auch wenn die jüngste Rallye ausschließlich Realrenditen betraf:
die folgende Korrektur wird voraussichtlich eine Kombination höherer Realrenditen
und höherer Break-Even-Inflationsraten sein. Wir empfehlen nach wie vor inflationsindizierte
Bonds.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 04. Oktober 2010 (Pkw-Neuzulassungen für September) 04. Oktober 2010 (sentix Konjunkturindex für Oktober) 04. Oktober 2010 (Konjunkturprognose 2011) 17. September 2010 (Erzeugerpreise für August) 15. September 2010 (Konjunkturprognose) 15. September 2010 (Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe für Juli) 14. September 2010 (ZEW Konjunkturerwartungen für September) 14. September 2010 (Großhandelspreise für August) 10. August 2010 (Großhandelspreise für Juli) 10. August 2010 (Verbraucherpreise für Juli)